Massnahme

Rückbau Gasnetz

Das Gasnetz der Stadt Zürich soll schrittweise stillgelegt werden. Wie gelingt ein reibungsloser Prozess unter Einbezug der Liegenschaftenbesitzer/innen?

Kommentare

Können die bestehenden Leitungen evtl. genutzt werden um am selben Ort Leitungen für ein Fernwärmeverbund zu verlegen? Biogas und Syn. Gas aus Überschussstromproduktion könnten evtl. genutzt werden um im Winter zentrale Blockheizkraftwerke zu betreiben, welche gleichzeitig Strom und Wärme für etliche Haushalte liefern...

Moderationskommentar

Lieber MeiliCH

Wir bedanken uns für die Frage. Die erste moderierte Phase des Online-Dialogs Klimaforum ist abgeschlossen und Ihr Beitrag wurde gespeichert. Ab dem 12. Januar 2021 sind wir wieder für Sie da und werden Ihren Beitrag an die zuständige Stelle weiterleiten und uns anschliessend wieder bei Ihnen melden.

Viele Grüsse
Petra Schröter (Moderation)

Gas ist auch bedeutend einfacher speicherbar als Strom. Zudem ist Strom etwas hochwertig um z.B. für Prozess-Hitze eingesetzt zu werden...

Moderationskommentar

Lieber MeiliCH

Wärmeverbunde bestehen aus einer Zentrale in der die Wärme aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Von dieser Zentrale wird warmes Wasser mit einer Temperatur von meist 65-70° zu den  angeschlossenen Liegenschaften verteilt. Für die Verteilleitungen sind Gasleitungen nicht geeignet. Die Verteilleitungen müssen auf die benötigten Wassermengen dimensioniert werden, zudem  ist eine Rücklauf-Leitung nötig, die bei einem  Gasnetz nicht vorhanden ist.

Mittelfristig sollen die Wärmeverbunde 100% fossilfrei betrieben werden. [Energie aus Abfall ist nicht im eigentlichen Sinne eine erneuerbare Energie]. Bei grösseren Verbunden kann eine sogenannte Spitzenlastabdeckung mit einem zweiten Energieträger sinnvoll sein. Auch hier ist sind erneuerbare Energieträger nach Möglichkeit einzuplanen (bspw. Holz oder Biogas). 

Bei Blockheizkraftwerken ist zu beachten, dass in der Regel die Betriebsstunden für Wärmeanwendungen 2000h nicht übersteigen. Der Strom muss im Sommer zudem extern beschafft werden da das Blockheizkraftwerk dann nicht betrieben wird. In der Regel sind Wärmepumpen, falls sie eingesetzt werden können, die günstigere Alternative.

Viele Grüsse
Stadt Zürich (Hanspeter Wilhelm, Fachbereich 2000-Watt-Gesellschaft)

Gas ist der umweltfreundlichste Energieträger für unsere Heizungen. Ich fürchte, wenn Gas und Öl nicht mehr verwendet werden dürfen und der Strom nicht ausreicht, man wieder auf Holz zurückgreift. Holz ist ein Umweltverschmutzer sondergleichen, der Feinstaubausstoss selbst modernster Holzheizungen für den Privatgebrauch ist um ein tausendfaches höher als bei bei einer Gasheizung. Eine Ölheizung ist ebenfalls hundertemal besser als eine Holzheizung. Das sind Zahlen vom BAFU:
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/luft/fachinformationen/luf...

Was weiter bedenklich ist, ist die CO2-Bilanz von Holz. Holz gilt als CO2-neutral. Holz ist aber nicht CO2-neutral, es gilt nur als CO2-neutral. Siehe z. B. die Studie von Sternman:
https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/aaa512
Ein Vergleich von Kohle mit Holz mittels Lebenszyklus-Analyse zeigt, dass Holz sogar eine schlechtere CO2-Bilanz als Kohle hat.

Wie sieht die langfristige Planung bezüglich privater Holzheizungen in der Stadt aus? Sollen diese gefördert werden oder werden sie besser reguliert als heute?

50 % des Erdgases auf der Welt wird durch Fracking gewonnen. Die Infrastruktur ist so undicht, dass Gas nur eine 50-prozentige Reduzierung der Emissionen gegenüber Kohle darstellt.
Absolut zustimmen, dass das Verbrennen von Holz ist keine Antwort.

Erdgas mag _zur Zeit_ einer der emissionsärmsten Energieträger sein, aber das heisst noch lange nicht, dass es längerfristig eine Lösung darstellt. Ihre eigene Quelle belegt jedoch, dass Holzheizungen durchaus akzeptable Emissionswerte erreichen können, wenn sie hochtechnisiert sind und hohe Leistungen aufweisen - 500kW ist realistisch für ein grösseres Wohngebäude in der Stadt. Total einverstanden, dass im städtischen Gebiet hauptsächlich solche grossen Heizungen eingesetzt werden sollten, da es sich ab einer gewissen Leistung sogar lohnen könnte, den Rauch zu waschen.

Ich bin zwar skeptisch, dass in der Schweiz ein hoher Selbstversorgungsgrad durch Biomasse erreichbar ist, aber die Studie, welche Sie zitieren, tut nichts zur Sache: Bei uns werden Wälder ganz anders durchforstet als in den östlichen USA. Mag sein, dass das im Moment noch viel Benzin und Diesel kostet, aber das ist eine andere Baustelle. Zudem finde ich es unehrlich, dass sie die Studie nicht richtig zitieren: Die CO2-Bilanz ist schlechter auf einen Horizont von 100 Jahren, nicht auf Jahrmillionen, wie bei Kohle.

Sehr gute Punkte, jhartman.
Für uns heute zählen eher Jahrhunderte als Jahrmillionen, wenn CO2 schlecht ist, dann sollten wir möglichst wenig emittieren.