Massnahme

Gemeinschaftsgastronomie

Die rund 450 städtischen Verpflegungsbetriebe stellen jährlich rund 7 Millionen Menus bereit, davon sind heute rund ein Fünftel vegetarisch. Künftig planen die Verpflegungsbetirebe ihre Angebote nachhaltiger. Bis 2030 gilt folgende Zielsetzung:

  • Food Waste < 10%
  • Ausgewogenes Angebot
  • 50% nachhaltige Produkte
  • Umweltbelastung - 30%

Die Betriebe werden mit Aus-, Weiterbildung und Coaching unterstützt.

Welche Herausforderungen stellen sich bei diesen Zielen? Sind diese Ziele auch für nicht-städtische Betriebe realistisch?

Kommentare

In Berlin gibt es das Projekt "Kantine Zukunft", das mit spannenden Ansätzen die Gemeinschaftsgastronomie verändern möchte. Mehr Infos: https://kantine-zukunft.de/
Vielleicht ein interessanter Input und eine Austauschmöglichkeit, um das Vorgehen für Zürich zu planen?

Moderationskommentar

Liebe MareikeB

Vielen Dank für Ihren interessanten Input. Vielleicht gibt es weitere Meinungen oder Vorschläge in diese Richtung?

Viele Grüsse

Antonia Alexiev (Moderation)

Die Ernährung macht rund 20% der Treibhausgasemissionen in Zürich aus. Weiter gibt es ja das Netto-Null-Ziel für Zürich bis 2030. Wie lassen sich diese Ziele vereinen mit dem Ziel der 30% Reduktion bei den Umweltbelastungen?

Moderationskommentar

Liebe*r mklarmann

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir haben Ihre Frage an die zuständige Stelle weitergeleitet und melden uns mit einer Antwort bei Ihnen zurück.

Viele Grüsse
Sophie Linse (Moderation)

Moderationskommentar

Liebe*r mklarmann

Der Stadtrat hat bezüglich seiner Klimaschutzzielsetzung in der Gemeindeordnung noch nichts Definitives entschieden, prüft aber eine Verschärfung. Er wird im Frühling definitiv entscheiden. In diesem Zuge wird er zu den Zielen für direkte und indirekte Emissionen inkl. Ernährung Stellung beziehen.

Stadt Zürich (Yvonne Lötscher, Fachbereich Ernährung)

das müsste doch 100 Prozent sein? Dafür sind 10 Jahre dazwischen bis 2030, das sollte möglich sein.
Viel mehr Vegetarische Betriebe sollte es geben und dazu unbedingt das Vegane Angebot.

Das Verpflegungsangebot sollte bis 2030 mindestens zu 60% aus vegetarischen und 20% aus veganen Menüs bestehen.

Werden Tierwohlaspekte als Teil der Nachhaltigkeit berücksichtigt?
Tierwohl und Nachhaltigkeit sind eng miteinander verbunden. Die industrielle Produktion von tierischen Lebensmittel schadet nicht nur der Umwelt sondern auch den sogenannten «Nutztieren». Wir sehen es als wichtig, bei der Beschaffung von Lebensmittel konsequent nebst Umweltkriterien auch Tierwohlkriterien zu integrieren.
Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Input auf der Hauptseite: «Tierwohl als verbindlichen Aspekt der nachhaltigen Ernährungsstrategie»

Moderationskommentar

Liebe*r Vier Pfoten

Wir bedanken uns für die Frage. Die erste moderierte Phase des Online-Dialogs Klimaforum ist abgeschlossen und Ihr Beitrag wurde gespeichert. Ab dem 12. Januar 2021 sind wir wieder für Sie da und werden Ihren Beitrag an die zuständige Stelle weiterleiten und uns anschliessend wieder bei Ihnen melden.

Viele Grüsse
Petra Schröter (Moderation)

Moderationskommentar

Liebe*r Vier Pfoten

Ja, Tierwohlkriterien werden in der Ernährungsstrategie berücksichtigt. Denn es besteht in der Tat eine enge Verknüpfung von Tierwohl und Nachhaltigkeit, sowohl im Sinne von Synergien und Zielkonflikten. Die höheren Anforderungen an Haltung und teilweise Fütterung bedeuten oft mehr Fläche pro Tier, eine weniger intensive und damit längere Mastdauer oder regelmässigen Auslauf. Mit positiven Effekten auf das Tierwohl. Gerechnet auf das Kilogramm Produkt haben diese positiven Haltungsbedingungen jedoch oft eine Verschlechterung der Klimabilanz zur Folge. Die Haltung der Stadt Zürich ist klar. Das Tierwohl muss hoch gewichtet werden. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird deutlich weniger Fleisch verzehrt als dies heute der Fall ist. Dieses soll dann bevorzugt aus verantwortungsvoller Produktion stammen.

In der Praxis bedeutet es, dass wir bereits heute im Rahmen der laufenden Verträge tierische Produkte mit empfehlenswertem Label (https://www.wwf.ch/de/lebensmittel-label-ratgeber) einkaufen. Eine wichtige Massnahme aus der Strategie ist die Erarbeitung von verbindlichen Vorgaben und Standards für eine nachhaltige Beschaffung (Massnahme 3.1.a, S. 24 Ernährungsstrategie), insbesondere auch für tierische Produkte. Dabei stützen wir uns u.a. auf oben genannter Ratgeber und die jüngst publizierten Empfehlungen des BAFU. Diese Standards dienen als Grundlage für kommende Lebensmittel-Beschaffungen, in welchen nachhaltige Kriterien verstärkt berücksichtigt werden. Schliesslich wollen wir bis 2030 mind. 50% der Produkte mit ökologischem oder sozialem Mehrwert einkaufen.

Stadt Zürich, Yvonne Lötscher, Fachbereich Ernährung

In allen Kantinen, Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern,... der Stadt Zürich sollte Fleisch nur noch in Ausnahmen angeboten werden: z.B. einmal pro Woche oder Monat. Fleischkonsum ist kein Menschenrecht. Auch die anderen tierischen Produkte sollten mehr und mehr reduziert werden.

Ich nehme an, die Horte/Tagesschulen fallen auch unter Gemeinschaftsgastronomie?

Wenn ich von meinen Kindern jeweils höre, was es zu Mittag gegeben hat, so kriege ich den Eindruck, dass es fast immer eine Fleisch-Variante gibt. Angesichts des Stellenwerts der Ernährung für das Klimaziel sowie dem Multiplikationseffekt über die Kinder in die Familien fände ich es sehr wichtig, hier attraktive Alternativen anzubieten und an der Mehrheit der Tage gar keine tierische Variante anzubieten.

Gibt es in diese Richtung bereits weitergehende Überlegungen, welche über das Ziel "50% nachhaltige Produkte" hinausgehen?

Moderationskommentar

Liebe*r mschlegel

Wir bedanken uns für die Frage und haben diese an die zuständige Stelle weitergeleitet. Wir melden uns wieder bei Ihnen.

Viele Grüsse

Sophie Linse (Moderation)

Moderationskommentar

Lieber mschlegel

Ja, Horte und (Tages-) Schulen gehören auch zu der Gemeinschaftsgastronomie. Sie machen in Zürich sogar den grössten Teil der rund 450 städtischen Betriebe aus.
Für die städtischen Betriebe wurden bis 2030 vier quantitative Ziele festgelegt:
1. Die vermeidbaren Lebensmittelverluste liegen unter 10% der Produktionsmenge
2. Das Angebot entspricht den Empfehlungen der Lebensmittelpyramide
3. Der Anteil nachhaltiger Produkte beträgt 50%.
4. Die Umweltbelastung der Ernährung sinkt um 30% gegenüber dem Jahr 2020

Das 2. Ziel wird bei den Schulen durch die Ernährungsrichtlinien für die Schulen der Stadt Zürich ergänzt. Diese sind auf eine ausgewogene, kindergerechte Ernährung ausgelegt, das bedeutet auch das Fleischmenus nicht täglich angeboten werden. Eine Aufgabe der kommenden Jahre ist, diesen starken Grundlagen in allen Schulen zu einer breit akzeptierten Umsetzung zu verhelfen. Das Zusammenspiel von attraktiven, klimafreundlichen Menus, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Schulgären hat – wie Sie richtig sagen - viel Potential für Multiplikation innerhalb der Familie.

Viele Grüsse

Stadt Zürich (Yvonne Lötscher, Fachbereich Ernährung)

Moderationskommentar

Liebe ZFV-Unternehmungen

Wir bedanken uns für die Frage und haben diese an die zuständige Stelle weitergeleitet. Wir melden uns wieder bei Ihnen.

Viele Grüsse

Sophie Linse (Moderation)

Moderationskommentar

Liebe ZFV Unternehmung

Herzlichen Dank für diesen Input und auch für die Leistung, welche die ZfV mit der Einführung des MNI erbringt. In der Stadt Zürich ist ein breiter Einsatz des MNI derzeit nicht geplant. Das hat verschiedene Gründe, unter anderem auch die vielfältige Struktur unserer Betriebe und dem unterschiedlichen Grad der Digitalisierung. Grundsätzlich wollen wir die Umweltbelastung und die Treibhausgasemissionen reduzieren.
Um energie- und klimabewusste Ernährung in städtischen Verpflegungsbetrieben zu fördern wird aktuell im Rahmen von Energieforschung Zürich gemeinsam mit der ZHAW ein Forschungsprojekt durchgeführt. Zusammen mit den Beteiligten in ausgewählten Betrieben wird eine Studie vor Ort durchgeführt. Als Endprodukt soll eine Datenbank mit klimafreundlichen, beliebten und gesunden Menüs (Bewertet u.a. mit den Methoden des MNI), ein Leitfaden für die Umsetzung in den Betrieben sowie eine Berichterstattung zu den Erfahrungen vorliegen.
Das Projekt wird Ende Februar 2021 abgeschlossen.

Viele Grüsse

Stadt Zürich (Yvonne Lötscher, Fachbereich Ernährung)