Massnahme

Wertschöpfungskette

Auf städtischem Boden erzeugte Lebensmittel werden in der Stadt verarbeitet und als lokales Produkt (z.B. Honig, Getreide, Fleisch, Wein) der Bevölkerung angeboten. Dazu gehört die sichtbare gemeinsame Positionierung als lokales Produkt (z.B. mit dem Label des Vereins «Made in Zürich Initiative» oder mit der Herkunftsbezeichnung «Stadtpur») und deren Verteilung in bestehenden Wochen- und neuen Abendmärkten, Food-Hubs, Unverpackt-Läden, Gemeinschaftsküchen in Quartierzentren, etc.)

Welche Rahmenbedingungen wären für Ihre Wertschöpfungskette förderlich?

Kommentare

Ich finde den Gedanken attraktiv, eine lokale Wertschöpfungskette aufzubauen und z.B. in Unverpackt-Läden gelabelte Produkte zu verkaufen. Soweit ich weiss ist es allerdings aus Klimaschutz-Sicht so, dass die Saisonalität viel wichtiger ist als die Regionalität. Besteht die Gefahr, dass Konsumenten ihre Energie darauf setzen, lokale Lebensmittel zu kaufen, und dann vermehrt Gewächshausprodukte produziert werden, wenn z.B. ein Import aus Spanien energetisch sinnvoller wäre?

Moderationskommentar

Lieber Holger

Mit Deinem Verdacht liegst Du richtig, diese Gefahr besteht tatsächlich. Konsumenten setzten optimaler Weise auf Saisonprodukte aus der Region, sie vermeiden damit fossil beheizte Gewächshäuser und Flugtransporte, zwei gewichtige Treibhausgasquellen.

Es gibt durchaus Potenziale zur Verbesserung der Nachhaltigkeit des städtischen Ernährungssystems in Bezug auf den Konsum regionaler Produkte. Um das aufzuzeigen wurde das Forschungsprojekt "Was isst Zürich?" initiiert. Die Ergebnisse liegen im Juni 2021 vor, wir freuen uns diese gemeinsam mit engagierten Personen wie Dir in die Praxis umzusetzen.

Beste Grüsse

Stadt Zürich (Yvonne Lötscher, Fachbereich Ernährung)
 

Moderationskommentar

Vielen Dank für diese Frage, die weitere interessante Diskussionsmöglichkeiten bietet. Vielleicht gibt es ja noch weitere Ideen oder Meinungen in diese Richtung?

Viele Grüsse
Antonia Alexiev (Moderation)

Ich finde es wichtig, dass man für eine Stärkung der lokalen Wertschöpfungskette unbedingt die bestehenden lokalen Verarbeiter und Produzierenden miteinbezieht (nicht nur die städtischen Landwirtschaftsbetriebe). Eine gemeinsame Positionierung ist eine tolle Sache – der Aubau und Erhalt von regionalen Verarbeitungsstrukturen ist jedoch eine zwingende Voraussetzung für eine lokale Wertschöpfungskette. Auch hier ist es wichtig, dass solche Strukturen lokalen Marktakteuren zugänglich gemacht werden können.